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Arthrosetherapie

Intraartikuläre Injektionen (Spritzen in das betroffene Gelenk) sind Standard in der Therapie der Arthrose (Gelenkverschleiß).
Dazu werden in meiner Praxis unterschiedliche Präparate eingesetzt.

  • Bei Reizsymptomatiken mit Schwellung und Erguß wird gegebenfalls nach Abpunktieren des Ergußes (wenn ausgeprägt) ein Betäubungsmittel mit einem CORTISONpräparat eingespritzt.
  • Im reizarmen Zustand können HYALORONSÄUREpräparate (siehe Artikel unten) unterschiedlichem Molekulargewichts oder
  • Alternativpräparate wie ZEEL oder TRAUMEEL eingesetzt werden.

Es gibt weitere Injektionstherapien (z.B. Orthokin), die ich jedoch derzeit nicht in meiner Praxis anwende und daher hier nicht genauer darauf eingehe.

Mit der Spritze gegen Arthrose

Die Arthrosetherapie zielt auf eine Verbesserung der Gelenkmechanik und insbesondere auf eine Schmerzreduktion ab. Neben Bewegungstherapie, Schuh- u. Einlagenversorgung u. einer medikamentösen Schmerztherapie können Injektionsbehandlungen eine Operation hinauszögern. Neben Kortisonpräparaten kommt dafür die Hyaluronsäure in Betracht.

Das Hyaluronan ist ein körpereigener Stoff, der in der Haut, im Knorpel, in den Knochen, in der Gelenkflüssigkeit und im Blut vorkommt. Es hat eine sehr hohe Wasserbindungsfähigkeit:
Ein Gramm Hyaluronan bindet ca. drei Liter Wasser.

Entzündungshemmend.

Gebildet wird das Hyaluronan von den Zellen der Gelenkschleimhaut. Von dort wird er in das Gelenk abgegeben, wo er sich auf der Oberfläche des Gelenkknorpels ablagert.
Dort bildet er eine Schutzschicht gegen mechanische Erschütterungen. Da sie entzündungsfördernde Zellen hemmt, werden der Substanz außerdem heilende Fähigkeiten
zugeschrieben.

Verbesserte Elastizität.

Darüber hinaus verfügt die Hyaluronsäure über sogenannte viscoelastische Eigenschaften, sprich sie verbessert die Elastizität innerhalb des Gelenks und hat stoßdämpfende Wirkung.
In verschlissenen Gelenken ist der Gehalt an narürlichem Hyaluronan deutlich vermindert.
Wenn konservative Verfahren wie Krankengymnastik oder auch eine Arthroskopie dem Patienten keine spürbare Erleichterung bringen, kann die Injektion von Hyaluronsäure direkt ins Gelenk eine sinnvolle Alternative sein. Gelenkersatzoperationen lassen sich auf diesem Wege hinauszögern- allerdings sollte der richtige Zeitpunkt für eine solche Operation auf keinen Fall verpasst werden.
Ihren Ursprung hat diese Form der Arthrosetherapie im Pferdesport in den 70-er Jahren. Damals wurden Rennpferde erfolgreich mit Hyaloroninjektionen behandelt. Auch erste klinische Studien am Menschen wurden zu dieser Zeit durchgeführt. Seit Mitte der 90-er Jahre hat die Hyaluronsäure-therapie beim Menschen einen deutlichen Aufschwung genommen.

Eine Spritze pro Woche.

Mittlerweile liegen verschiedene Präparate vor, bei denen – je nach Präparat- zwischen einer und fünf Injektionen im wöchentlichen Abstand notwendig sind. Obwohl von den Herstellern anders angegeben, ist sechs Monate nach dem ersten ein weiterer Behandlungszyklus sinnvoll. Kürzere Abstände sind prinzipiell möglich, der Arzt sollte jedoch über einen möglichen Therapiewechsel nachdenken.
Meistens kommt Hyaluronsäure bei Arthrose im Kniegelenk zum Einsatz. Das liegt zum einen daran, dass die meisten Präparate dafür zugelassen sind; zum anderen auch daran, dass Injektionen in das Kniegelenk relativ einfach zu verabreichen sind. Es empfiehlt sich, die Spritze oberhalb der Kniescheibe zu setzen, da der Patient dann einen geringeren Injektionsschmerz verspürt.

Positive Erfahrungen liegen auch bei der Behandlung von Arthrosen des Hüft-, oberen Sprunggelenks und des Schultergelenks vor. Das Spritzen in das Hüftgelenk sollte unter Röntgenbildverstärkerkontrolle bzw. Ultraschall vorgenommen werden, um die richtige Positionierung der Kanüle im Gelenkzwischenraum zu gewährleisten.
Nach der Injektion kann eine Reizung des Gelenkes spürbar werden. Für einige Tage können die Schmerzen etwas zunehmen. In seltenen Fällen kann sich das Gelenk entzünden.
Die gesetzlichen Krankenkassen tragen die Kosten für eine Behandlung mit Hyaluronsäure nicht.
Sie sind abhängig vom Präparat, das der Arzt verwendet, und können sich auf bis zu 250 Euro pro Behandlungszyklus belaufen.

(PD Dr. D. P. König OA/ Orthopädie der Uni zu Köln)